Bericht von der 16-Talsperren-Rundfahrt

von Lorenz M.

dsc04071 20170828 1702319104Am Samstag Morgen, dem 26. August, stand die 26. Int. 16-Talsperren-Rundfahrt vom Skiclub Gevelsberg an. Zuvor fragte ich mich, ob meine Beine für die Belastung von 206km und 3000hm gerade wirklich ausreichend traininert sind, doch ließ ich mich von Torsten gerne zu dieser Quälerei bereden. Die Startzeit lag zwischen 6.30 und 7.30Uhr, so dass Christoper, Torsten und ich beschlossen hatten mit dem Auto anzureisen. Abgesehen von Martin, der am Ende durch die Sternfahrt nochmal 55km(!) extra auf dem Tacho hatte. Am Startort direkt am Schwimm In war kaum etwas los. Viele Fahrer waren wohl schon gestartet und die Startzeit der RTF Fahrer begann erst später. Die Parkplatzbelegung sprach für eine gute Teilnahmerzahl der Marathonfahrer. Gegen 7.15Uhr ging es bei angenehmen 17°C zu viert schließlich los. Das Wetter sollte schön werden, so dass keine weiteren Bekleidungsstücke mitgenommen werden mussten.
Eine nach der anderen Welle ging es auf und ab an der ersten Talsperre (Herbringhauser) vorbei Richtung Lennep. Martin legte einen leichteren Gang ein und wir strampelten zu dritt weiter. Die Startnummer 100 eines Trimmfahrers, den wir überholten, ließ über die tatsächliche Teilnehmerzahl Mutmaßungen aufstellen.
Es lief gut, die ersten, mir noch bekannten Hügel ließen sich gewohnt zügig hinauf fahren. Doch war mir klar, dass noch einiges bevorstand. Ich wagte es zunächst lieber nicht auf den Kilometerzähler zu schauen, denn im Sauerland fliegen die km nicht so an mir vorbei wie im flachen Ruhrtal oder im Münsterland. Die Kilometer können im Sauerland wirklich "lang" werden, erst recht, wenn man den Blick nicht vom Tacho lässt. Zwischendurch hörte ich Christopher etwas von "50km" sagen. "Gut", dachte ich, "ist ja schon was, aber noch 3x so viel steht noch an". Ich versuchte mich abzulenken, die Landschaft zu genießen, einfach weiter zu treten. Schließlich war es schön warm geworden, aber leider kein sonniges Panoramawetter. Auch gut, dann braucht man sich wenigstens nicht einzucremen. Ab Radevormwald kamen wir dann in Regionen deren Streckenabschnitte mir gar nicht oder kaum bekannt waren. Genau das war der Grund, warum ich diese RTF/Marathon gerne mitfahren wollte. Viele Hügel, schöne Landschaft und für mich unbekannte, verkehrsarme Strecken.dsc04059 20170828 1511719706Nach den ersten beiden Kontrollen bekam ich langsam das Gefühl, dass es mir für heute reicht. Das war so bei Kilometer 90. Aber wie kann das sein? Noch nicht mal die Hälfte geschafft und schon "Heimweh"? Ich war etwas enttäuscht von mir. Schließlich kamen wir zu einer Kontrolle, an der es Nudeln mit Bolognese Sauce gab. Die Verpflegung, so wie die gesamte Organisation war wirklich top. Mein Apettit war vielleicht etwas größer als mein Hunger, jedenfalls machte sich wegen des Fetts vom Mittagessen später ein unwohles Gefühl im Magen breit. Ab Kilometer 120 war die Tour für mich eine echte Quälerei und ich hatte keine Augen mehr dafür, was links und rechts an mir für eine herrliche Landschaft vorbei zog. Meine Kamera blieb in der Tasche, obwohl ich sie extra für gelungene Schnappschüsse mitgenommen hatte. Die Beine brannten, das Gesäß und der Rücken schmerzte. Da wurde mir wieder klar, dass Langstrecke doch nochmal etwas anderes ist, als die Feierabendrunde daheim. Oftmals übernahm Torsten die Führungsarbeit, Christopher und ich hingen uns in den Windschatten. Torsten hatte scheinbar eine geheime Quelle für die nötige Ausdauer. Der Verdacht auf einen versteckten Motor im Rahmen bleibt nie aus :) Auf flacheren Abschnitten war ich wieder mehr in meinem Element. Ich fuhr uns an eine Gruppe bestehend aus 6 Fahrern heran, doch leider hatte der Führende wohl noch so viel Power, dass er die Gruppe bis zur nächsten Bergkuppe wieder zerissen hatte. Es ging also wieder zu dritt weiter, Hügel um Hügel und meine Nerven lagen blank. Die rund 60km bis zur bekannten Ennepetalsperre wurden gefühlt sehr, sehr lang, doch dann ging es zum Glück fast nur noch bergab bis Gevelsberg. Ich war einfach nur noch froh am Ziel angekommen zu sein und war sehr glücklich, dass ich nur noch mit dem Auto nach Hause fahren brauchte und mich nicht noch die fiesen Hubbel in Gevelsberg hinaufkämpfen musste. Ich dachte daran, wie Martin wohl später nach Bochum zurückkäme. Andererseits ist er noch ganz andere Langstrecken gewohnt als ich und will demnächst in die Pyrenäen.

Fazit: Es war ein super Marathon, den man aber nicht mal eben fährt. Für mich als Spaßfahrer ein bisschen zu viel Quälerei, beim nächsten Mal werde ich besser vorbereitet sein oder eine kürzere Strecke wählen. Bei der Verpflegung fehlte nichts, aber mit fettiger Kost sollte man vorsichtig sein. Die Ausschilderung war gut, eigene Aufmerksamkeit vorrausgesetzt. Immer wieder gut, denn die 150km Runde war ich vorher schonmal gefahren.

Drucken E-Mail