Bericht vom Brevet Paris-Brest-Paris

Kurz PBP findet nur alle 4 Jahre statt / Die Mutter der Langstreckenfahrten - Gesamtlänge 1230 KM
Dies war früher vor 100 Jahren ein Profirennen genau wie Wien-Berlin. Paris-Brest-Paris soll heutzutage kein Rennen sein, sondern ein Brevet (Prüfung). Die 1230 KM müssen in max. 90 Stunden inkl. Pausen und Schlafzeiten zurückgelegt werden.  Wer teilnehmen will, muss im Jahr vor der Veranstaltung eine bescheinigte Radfahrt von mindestens 300 KM fahren um eine Startplatz zu beantragen.

In diesem Jahr 2019 musste vorher ab Januar bis Juli 200 Km +300km + 400km + 600km bescheinigt gefahren sein, um sich dort anzumelden!! ( Eine Brevetserie)

Trotz dieser Hürde meldeten sich ca. 6600 Teilnehmer aus 60 Ländern an ...England, Italien, China, Japan, Indien, Griechenland , Russland, USA.... um die Olympiade der Langstreckenfahrten aber ohne einen Sieger/in zu bestreiten. Von den 6600 Teilnehmern kamen 4638 in der Zeit an, 28% schafften es nicht. Die gesamte Strecke war nur 30 km flach. Der Rest war ähnlich wie in der Elfringhauser Schweiz, nur wellig. Insgesamt waren über 11 000 Höhenmeter zu bewältigen.

Eine IRRE Erfahrung, da so viele verschiedene Nationen und all deren Langstreckenverrückten dort hin kamen. Diese Fahrt geht eigentlich nie ohne Schmerzen und noch mehr Respekt sollte man für die 90 Stunden Fahrern / innen  haben, da diese noch länger auf dem Rad sitzen.

!! Bei Radtourenfahrten / RTF,s hört die Streckenlänge meist bei 200 - 220 km auf und nennt sich dann schon Radmarathon. Bei den Randoneuren / Brevetfarten fängt die kürzeste Strecke bei 200 Km  da fängt der Spaß erst an... Ende offen

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Mein Paris-Brest-Paris..

image003Jeder erlebt es anders , hier meine schönsten 3 Nächte und 2 Tage  Radfahrt
Mein Start war am Sonntag um 20.30Uhr. Also erst mal rein in den Abend und in die Nacht. Nachdem mir die Guppe zu langsam fuhr rollte ich erst mal an einigen Fahrern dran vorbei, in der Hoffnung eine Gruppe zum fahren zu animieren. Am Horizont konnnte man hunderte roter Rückleuchten Richtung Brest bis zum Horizont sehen. Grupetto fahren ging nur bedingt, da an den Bergen dann bei den Mitfahrern gesprintet wurde aber bergab  nicht gekurbelt wurde. Es ging ständig hügelig bergauf und bergab, was mir zum Glück nicht soo bewust war, aber die 11000 Höhenmeter mussten ja irgendwo herkommen. Also fuhr ich mein eigenes Tempo oft alleine

KM 217  1.Kontrollen Villanes  la Juhel um 5.00 Uhr morgens dort füllte ich meine Flaschen auf und weiter ging es.
KM 306  2.Kontrolle in Fougeres  um 9.00 Uhr. Dort frühstückte ich kurz.
KM 360  3.Kontrolle  in Tinteniac um 11.50 Uhr. Dort aß ich ein Mittagessen nur Riegel macht kein Spaß. Es gab Suppe Reis und Gemüse.
Unterwegs traf ich einige Kollegen vom Wuppertaler Brevet, mit einem konnte ich ca. 50 km fahren.
Km 445 4.Kontrolle  Loudeac um 16.55 Uhr  Hier aß ich ein zweites Mitagessen - endlich Nudeln
Nach der Abfahrt machte ich kurz eine halbeStunde Powernapping am Straßenrand. So langsam reduzierte sich mein Tempo etwas weil ich immer noch kompletten Gegenwind hatte.
KM 521  5.Kontrolle Carhaix Plougier um 23.17 Uhr,  ich aß mein dritte Mittagessen. 

Hier war es mir zu voll, aber als ich nach Mitternacht auf der Strecke fuhr war, ich alleine dort.

image004Vielleicht hätte ich dort bleiben sollen. Ich wartete etwas und dann kamen 3 Lichter doch noch angerollt . Die quatschte ich erst mal an, ein Australier, ein Franzose, der sich verfahren hatte und ein Deutscher. Ich kam mit allen gut ins Gespräch und erfuhr das wir nun den Roc, h trevelezel ca 400 HM hoch mussten. Oben hatte wir ordentlich Gegenwind und 6 °C Temperatur. Zum Glück war ich vorbereitet und hatte die gleiche Bekleidung wie beim 600er in Twisteden dabei. Dort,hatten wir damals nachts 2°C im hohen Venn.

Der Autralier hatte mir erzählt, die Abfahrten fährt er nicht mehr so schnell runter, da ihm Zuhause ein KÄNGURUH vors Rad gesprungen sei und er einen schweren Unfall hatte. Die Emus dort sollen auch sehr angrifslustig sein. Ich konnte ihm versichern, das hier höchstens Rehe oder Wildschweine auftauchen könnten, also halb so wild. Kurz vor dem Ziel Brest war in der Abfahrt noch um ca. 3 Uhr morgens ein Zelt mit Licht und Crepes und Kaffee aufgebaut. Dort wärmten wir uns erst mal auf.

KM 610  BREST  6. Kontrolle um 4.30 Uhr   / 32 Stunden unterwegs  /  Hier gönnte ich mir eine Dusche, eine frische Radhose und Unterhemd.In der Kantine trank ich noch ein Schlummerbier, danach suchte ich mir eine dunkle Ecke in der Kantine und schlief ca 3 Std. Morgens um ca 8.00 nach einem französischen Frühstück ging es wieder los.  Den Berg Roc ,h trevezel wieder langsam hoch .Es wurde warm und der Wind hatte wieder gedreht, also erneut Gegenwind, aber das hatte ich schon vermutet. Im hellen sah ich erst was für eine schöne Landschaft mit herrlichen ausblicken überall zu sehen war durch die wir nachts gefahren sind . Mit der Siegerin vom TCR Rennen Viona Kolbinger die PBP nur als Training locker fuhr, as ich zufällig noch unterwegs  ein Crepes zusammen . 

KM 693 Carhaix -Plougier 7.Kontrolle 12.30 Uhr  Zeit für ein Mittagessen:  Suppe und Reis mit Fisch..läuft.

Km 783 Loudeac 8.Kontrolle  18.00 Uhr, so langsam kenne ich die Kontrollen, da wir auf dem Rückweg die gleichen haben. Hier konnte ich mit 2 Kollegen aus Wuppetal und einem Mitfahrer vom Hinweg Brest zusammenfahren, Manuel Jekel, Redakteur von der Tour fuhr auch zu uns auf, so rollten wir ca 100 km zusammen.

KM 869 Tinteniac 9.Kontrolle  22.46 Uhr Wir entschieden uns mit ein paar Bayern noch nach Fourgeres zu fahren. Das bereute ich sehr, da es eine harte, kalte Fahrt in der 2. Nacht für mich wurde, aber dies ging auch zu Ende.

KM 932 Fourgues 10.Kontrolle um 2.35  Uhr Puh hier war es schön leer. Ich suchte mir ein kuscheliges  Stück Teppich in der Kantine aus und schlief erst mal ne Runde ca 3 Stunden. So langsam tat mir das linke Knie etwas weh also erst mal kein Wiegetritt mehr. Im Morgengrauen nach meinem Frühstück erst malwieder los.. Unterwegs traf ich wieder den einen oder anderen Kollegen, vom Hinweg oder vom Brevet in Köln und den Paffi ..Organisator ARA Köln. Mein normaler Tacho schalltete nach 1000 km auf null und zählte neu.. Also alles machbar.( Nur noch 230KM..)  Aber heute war es mir zu heiß...2 mal kurz Powernaping .von 20 min .Ich hatte mich  am Straßenrand  dann in den Schatten gelegt.

KM 1012 Villanes la Juhel 11.Kontrolle um 11.22Uhr  Hier wurde uns das Mittagessen von Schülern zum Sitzplatz getragen.image015

KM 1097  Mortagne au Perche 12.Kontrolle 15.50 Uhr  Puh das wurde mir durch die Sonne zu heiß und meine Superkräfte liesen mich im stich.. erst mal Mittagessen. Suppe, Kartoffeln und Fisch mit Sahnesoße. Danach habe über eine Stunde Mittagsschlaf unter einem Baum gehalten. Dort hatte mich ein Kollege schlafen sehen, und er hatte mich zum Glück nicht geweckt. Um ca 18.30 Uhr konnte ich wieder in der kühlen Dämmerung los fahren.

KM 1174 13.Kontrolle  um 20.57 Uhr in Dreux  Hier hatte ich noch ein paar Mitfahrer  aus Wuppertal..getroffen, und nun auf in die dritte Nacht ich wollte so langsam in mein eigenes Bett im  Transporter, welcher am Ziel stand.
Die letze 10 Km zogen sich wie immer etwas,irgendwie kommt man gefühlt nicht weiter.. Die ersten Wegweiserschilder waren wohl schon weg und ich fuhr im dunklen immer irgendeinen Hügel hoch. Hier hatte ich keine Lust mich zu verfahren und sprach einen Deutschen Fahrer an, mit dem ich die restlichen KM fuhr.

image012KM 1226 RAMBOULLET/  74,38 Std unterwegs. Die letzten 500Meter zum Schloss Ramboullet war eine dicke Kopfsteinplaster Passage und wir schimpften laut, worauf sich der Streckenposten entschuldigte..

Ankunft am Mittwoch um 23.10 Uhr.

Ich schätze mal gesamt habe ich 7-8 Std in den 3 Nächten geschlafen, aber das ging ganz gut so. Nur nachher Zuhause hatte ich eine riesen nacholbedarf an Schlaf. Am nächsten Morgen war alles so einigermaßen OK.  Treppen konnte ich nicht steigen und musste diese seitwärts bewältigen. Nach 4Tagen konnte ich wieder recht flüssig die Treppen rauf runter gehen, aber bei meiner Ankuft Zuhause meinte mein 10 jähriger Sohn bei meinem Amblick "Oh Papa ich glaube da hast Du dich aber übernommen.." Meine kleinen Finger und Ringfinger sind bis heute 3 Wochen danach immer noch etwas taub, aber es wird besser.

Ein IRRES Erlebnis viele Nationen mit denen man in Kontakt kommt,   nur die Asiatischen Fahrer wollten unter sich bleiben.. 

Wenn ich gesund bleibe werde ich es in 4 Jahren noch mal in Angriff nehmen. Aber danach nehme ich mir  1 Woche frei.I

 Ich glaube ich habe 6 x warm Mittag gegessen unterwegs, nur die Riegel essen macht keinen Spaß.

 

( Sämtliche Rechtschreibfehler sind absichtlich ,zur belustigung der / die Leser /innen)

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